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Pädagogische Überlegungen zum altersgemischten Lernen



Generell wird heute in den verschiedenen Klassen sehr individuell gearbeitet. Die Zeiten des 7g- Unterrichtes (alle gleichaltrigen SchülerInnen haben zum gleichen Zeitpunkt beim gleichen Lehrer im gleichen Raum mit den gleichen Mitteln das gleiche Ziel gleich gut zu erreichen) sind endgültig vorbei.

Man hat erkannt und akzeptiert, dass die Heterogenität der Kinder in den Klassen sehr gross ist.
R. Largo, Kinderarzt und Autor von Sachbüchern zur Erziehung drückt das so aus: Die Vielfalt unter den Kindern ist für jedes Entwicklungsmerkmal so gross, dass nur eine Schule, die auf die individuellen Bedürfnisse eingeht, dem Kind gerecht werden kann.

Unsere Gesellschaft wird zunehmend heterogener. Die Schule wird von Kindern unterschiedlicher kultureller, sozialer und sprachlicher Herkunft besucht. Sie sind Individuen, deren kognitive, soziale und emotionale Fähigkeiten individuell entwickelt sind. Die Schule hat den Auftrag, Schülerinnen und Schüler gemäss ihren individuellen Voraussetzungen und Möglichkeiten zu fördern. Ebenso soll die Schule Kinder befähigen, in kleinen und grossen Gemeinschaften zusammen zu leben.
Wenn diese Verschiedenheit als Bereicherung und Chance wahrgenommen wird, ist es sinnvoll in altersgemischten Klassen zu arbeiten. Dies gibt die Möglichkeit diesem Auftrag auf natürliche Art gerecht zu werden.

Aufgabe der Volksschule ist es, einen bewussten und konstruktiven Umgang mit der Heterogenität der Zusammensetzung der Schulklassen zu entwickeln. Eine Möglichkeit ist das Lernen in altersgemischten Gruppen. Mehrklassenschulen bieten dafür eine organisatorische Grundlage.

Die Altersmischung hat viele Chancen.
Sie sind eine natürliche Lerngemeinschaft, in der verschiedenaltrige Kinder mit verschiedenen Fähigkeiten miteinander und voneinander lernen können.
Die Kinder wachsen in eine bestehende Gemeinschaft hinein.
Sie können sich in einem grösseren Lernfeld orientieren. Individuelle Lernwege werden selbstverständlich.
Die Selbstständigkeit und Mitverantwortung werden gefördert.
Die integrative Schulungsform, die wir bereits praktizieren wird unterstützt.

Eine Sorge der Eltern, die ich ab und zu höre, ist, die Angst, die Schulleistungen könnten sinken.
Leider gibt es noch sehr wenige Studien im deutschsprachigen Raum. Jedoch hat man festgestellt, dass es keine Nachteile bei den Schulleistungen gibt, jedoch grosse Vorteile bei den sozialen Fähigkeiten.
Viele Schulen sprechen in ihren Erfahrungs- und Evaluationsberichten von positiven Erfahrungen.

Daraus ist abzuleiten, dass Mehr- oder Doppelklassenunterricht wertvoll ist,
  • weil sie ein Mit-und Voneinander-Lernen ermöglichen
  • weil sich die Kinder im Verlaufe der Schulzeit in verschiedenen sozialen Stellungen erleben.
  • weil soziale Fähigkeiten wie Rücksichtnahme, Toleranz, Hilfsbereitschaft gelebt und geübt werden können. weil die Fixierung auf einen (fiktiven) Klassendurchschnitt vermindert wird.
  • weil eigenständiges Lernen einsichtig gefordert ist und geübt werden kann.
Abschliessen ist dazu zu sagen, dass Mehrklassenschule eine Schulform von grosser Aktualität ist und pädagogische Möglichkeiten bietet, die heute von modernen Schulen gefordert werden.

Gabriella Bugari
Schulleitung Dierikon
 
Paedagogisches_Konzept.pdf (299.1 kB)

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