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Geschichte von Dierikon

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Dierikon

Dierikon wurde erstmals um 1270/80 im Zinsrodel des Zisterzienserinnenklosters Rathausen erwähnt. Es hiess damals "Tierinkon". 1305 erwähnt das habsburgische Urbar "Tierinkon". Im Jahre 1365 gehört Dierikon zum "Officium" Rothenburg. Dierikon wurde, wir übrigens auch Root, nach der Schlacht bei Sempach um 1386 tatsächlich und im Jahre 1394 auch rechtlich luzernisches Gebiet.

Die Mühle Dierikon wird 1548 mit einer Betriebskommission und einer Baubewilligung erstmals erwähnt. 1841 kaufte Michael Brunner die Mühle, die bis heute im Besitze der Familie Brunner geblieben ist.

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Kapelle und Kirche

1675 wurde in Unterdierikon inmitten der kleinen dörflichen Gemeinschaft eine Kapelle errichtet. Die Weihe fand am 30. September 1676 statt. Wer die Kapelle erbauen liess, ist nicht klar ersichtlich. Sicher nicht der Kollator, das Chorherrenstift im Hof, Luzern, denn dieses wurde nicht um die Baubewilligung ersucht. Es versuchte noch 1674 den begonnenen Bau zu verhindern, da es als Kollator von Root eine Beeinträchtigung seiner Rechte und Einkünfte befürchtete. Als diese erste Kapelle baufällig wurde, entschloss man sich für einen Neubau.

Am 28. April 1862 erteilte die Luzerner Regierung die Baubewilligung. Der Luzerner Baumeister Wilhelm Keller, der auch verschiedene andere Kirchen und Kapellen im Kanton erbaute, erreichtete von 1862 bis 1863 die Kapelle. 1869 wurde sie eingeweiht. 1907 wurde sie renoviert.

Als in den sechziger Jahren für Dierikon eine gewaltige Zunahme der Bevölkerung prophezeit wurde, hat die Krichgemeinde Root, zu der nebst den Gemeinden Gisikon, Honau und Root auch unsere Gemeinde gehört, beim Schulhaus eine "provisorisch" neue Kirche erstellt. Die alte Kapelle diente fortan als Atelier für einen Künstler.

Die Renovation der Kapelle gab wiederholt zu Diskussionen Anlass. Um aber irgend etwas unternehmen zu können, mussten vorerst die Eigentumsverhältnisse geklärt werden. Im Jahre 1990 wurde die Einwohnergemeinde durch ausserordentliche Ersitzung Eigentümerin der Kapelle. 1995 wurde eine Kommission eingesetzt, die den Auftrag erhielt, die Kosten und Finanzierung einer Renovation abzuklären und mögliche Verwendungszwecke vorzuschlagen.

Die neue Kirche beim Schulhaus wurde als Provisorium auf einer von der Einwohnergemeinde im Baurechg abgegebenen Parzelle erstellt. Im Zusammenhant mit der Dorfkernplanung wurde das Baurecht aufgehoben und die Parzelle ging definitiv in das Eigentum der Kirchgemeinde über. Damit konnte sichergestellt werden, dass die damals als "Provisorium" erstellte Kirche, auch weiterhin bestehen bleibt.

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Wegkapelle beim Burenhof

Ausgangs des Dorfes Dierikon am Feldhofweg (Flurname: Chappelimatt) steht eine Wegkapelle. Sie kann auch als Bildstock oder Bethaus bezeichnet werden. In welchem Jahr oder Jahrhundert diese Wegkapelle erstellt wurde, ist niergends ersichtlich. Auch der Grund der Erstellung ist unbestimmt. Vermutlich wurde sie wegen einer Seuchenplage erstellt. Auch die These, dass sie wegen eines ausgesetzten Kindes errichtet wurde, wird vertreten. Nach Meinung von Historikern könnte diese Wegkapelle sehr alt sein, da der Erstellungsgrund nicht mehr überliefert ist.

Interessant ist zu wissen, dass die Wegkapelle an der alten Zürichstrasse - heute Feldhofweg - liegt. Diese führte von Luzern fast parallel zur heutigen Kantonsstrasse über Ebikon - Dierikon - Root nach Gisikon und weiter durch den Kanton Zug nach Zürich. Eine Wegverbindung ist aufgrund von siedlungsgeschichtlichen Befunden für die alemannische Zeit wahrscheinlich, können doch die Ortsnamen Ebikon und Dierikon von den alemannischen Personennamen "Abo" und "Tiuro" abgeleitet werden. Im Jahre 1995 wurde die Wegkapelle renoviert.

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Steinbrecherzeit und Landwirtschaft

Zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert nimmt in Dierikon die Steinbrecherzeit ihren Anfang. Die Arbeiten in den Steinbrüchen brachten vielen Landwirten ein willkommenes zusätzliches Einkommen. Dierikon genoss um die Jahrhundertwende weit und breit den Ruf eines Steinbrecherdorfes.

Die letzten Steinbrecher haben etwa zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, nachdem ihre Arbeitsgründe erschöpft waren, Dierikon verlassen. Überwucherte, von Gestrüpp zugedeckte Gruben erzählen noch heute von jener Zeit, die nur vorübergehend wirtschaftlichen Auftrieb gebracht hatte.

Darum schätzte man es, dass Dierikon allzeit über eine prosperierende Landwirtschaft verfügte, die dem Dorfe das ländliche Gepräge in nächster Nähe der Stadt Luzern gab. Wie überall nahm auch in Dierikon die Landwirtschaft in den letzten Jahren stetig ab. Während man 1920 noch 30 Landwirtschaftsbetriebe zählte, waren es 1970 noch 17, 1989 noch 14, 1990 noch 12 und heute zählen wir noch 9 Betriebe mit Viehwirtschaft. Viel Vergangenheit von Dierikon liegt im Götzental. "Gössenthal" wird zum Adligenswiler Hofrecht des 14. Jahrhunderts als ein ausserhalb der Genossenschaft stehender Hof bezeichnet.

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Das Wappen von Dierikon

Wann Dierikon das erste Gemeindewappen erhalten hat, ist nicht festzustellen. Erstmals ist die "Dieriker Rose" im Gemeindesiegel von 1722 zu sehen. Auf einer Luzernerkarte von Hans Heinrich Wägmann und Renwart Cysat von 1597 bis 1613 ist für das "Göttschenthal" ein Wappen eingetragen. Dieses ist das Wappen der damaligen Besitzerfamilie Pfyffer. Hingegen ist für "Tierickon", wie Dierikon damals genannt wurde, im Unterschied zu den meisten anderen Gemeinden kein Wappen eingezeichnet. Bei den Wappen der anderen Gemeinden handelt es sich jedoch auch nicht um Gemeindewappen, sondern voriwegend um Adelswappen.

Viele Gemeindewappen müssen in den Dreissigerjahren, vor allem vor 1939 (Landi in Zürich), entstanden sein. In einem alten Stempel des Gemeindeammannamtes Dierikon und in einem Siegelstemptel des Urnenbüros war ein "Geissblatt" als Wappenbild aufgeführt. Dieses Geissblatt erinnerte aber eher an Knoblauch oder an junge Zwiebeln. Vom Staatsarchiv des Kantons Luzern wurde dann im Jahre 1949 ein Entwurf für en bereinigtes Gemeindewappen erstellt. Durch die Weiterbearbeitung dieses Entwurfes, der eine offene Geissblattblüte mit zwei Knospen auf Fruchtknoten herauswachsend mit Stempfel und zwei Blättern darstellte, entstand das heutige Gemeindewappen.

Fahnen mit unserem schönen Gemeindewappen können beim Gemeindeammannamt Dierikon gekauft werden.

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Bevölkerungsentwicklung

Dierikon ist eine der 19 Gemeinden des Amtes Luzern im Kanton Luzern. Die Grundfläche, einschliesslich Wald beträgt 277 ha 52 a 69 m2. Die Zahl der Wohnungen hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen und damit auch die der Einwohner. 1920 wohnten 291 Personen in Dierikon, 1960 waren es 452, 1980 bereits 742. Im März 1990 konnte der 1'000 Einwohner begrüsst werden. Mit der Überbauung an der Zentralstrasse mit rund 100 Wohnungen wurde diese Zahl nochmals wesentlich erhöht.
Im 2008 wurde die Überbauung "Chlihus" fertigerstellt und die Einwohnerzahl stieg wieder ein bisschen an. Im 2009 wurde dann noch die Überbauung "Dorfplatz" bezugsbereit. Die Einwohnerzahl in Dierikon per Ende April  2011 betrug: 1'461.

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Schulen

Bis 1969 mussten sich alle Dierikoner Schülerinnen und Schüler ihr Wissen an der Schule in Root aneignen. Heute besuchen nur noch die Oberstufenschüler die Schule Root. Seit 1969 verfügt die Gemeinde Dierikon über ein eigenes Schulhaus mit sechs Klassenzimmern. Weil druch die starke Bautätigkeit die Klassenbestände stetig anwuchsen war man gezwungen, sämtliche Klassen einzeln zu führen. Im Jahre 1971 konnte die Turnhalle eröffnet werden. 1989 musste das Schulhaus renoviert werden.

Da durch die weitere Entwicklung der Gemeinde vorauszusehen war, dass einige Klassen doppelt geführt werden müssen, wurde an der Gemeindeversammlung vom 9. Dezember 1991 der Bau eines zweiten Schulhauses beschlossen. Dieses konnte am 11. September 1993 feierlich eingeweiht werden.

Mit diesem Neubau konnte der Schulraumbedarf für die nächsten Jahre abgedeckt werden. In einer weiteren Etappe wäre es möglich, nochmals drei Klassenzimmer anzubauen.

Im neuen Schulhaus wurden auch zwei Kindergärten integriert.

Im Gemeindehaus wurde für den Vorkindergarten, der bei uns "Drachenäschtli" genannt wird, ein Raum zu Verfügung gestellt.

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Gemeindehaus

Während Jahrzehnten wurde der Gemeindeschreiber von Ebikon auch als Gemeindeschreiber von Dierikon gewählt. Die Gemeindekanzlei wurde in Ebikon geführt. Mit dem Wachstum der Gemeinde nahmen auch die Verwaltungsaufgaben zu und so wurde es nötig, im Jahre 1978 im alten Schulhaus eine eigene Gemeindekanzlei einzurichten. Dort befand sich auch das Urnenbüro, das vorher im Gasthaus Sonne untergebracht war. Mit der Zunahme der Amtsgeschäfte wurden auch die Räume der Kanzlei zu klein und ein rationelles Arbeiten war je länger je mehr nicht mehr möglich.

So wurde am 15. Mai 1990 der Bau eines neuen Gemeindehauses beschlossen. Im November 1990 wurde mit den Bauarbeiten begonnen und im Frühling 1992 konnte das Gemeindehaus eingeweiht und bezogen werden. Nebst den Büros für die Gemeindeverwaltung wurde ein grosszügiges Sitzungszimmer eingerichtet. Aber auch die seit langem benötigten Vereinsräume konnten erstellt werden. Im Untergeschoss befindet sich das Probelokal für die Dorfmusig.

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Ortsplanung

Am 15. Mai 1975 hat die Einwohnergemeindeversammlung von Dierikon das erste Bau- und Zonenreglement genehmigt. Am 22. Juni 1987 wurden das Reglement und der Zonenplan überarbeitet.

Im Jahre 2000 wurde das Bau- und Zonenreglement einer weiteren Revision unterzogen und vor allem den neuen kantonalen Vorschriften angepasst.

Der Ortskern von Dierikon, das "Dörfli" ist als schützenswertes Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestuft. Die engere Umgebung des Ortskerns blieb bisher weitgehend von baulichen Entwicklungen verschont. Viele der geschützten oder schützenswerten Bauten sind gut unterhalten und stilgerecht renoviert worden. In der Zonenplanung ist vorgesehen, dass Neubauten im Ortskern nur im Rahmen eines rechtsgültigen Bebauungsplanes oder eines Architekturwettbewerbes erstellt werden dürfen.

So wurde im Jahre 1987 ein Ideenwettbewerb für die Überbauung zwischen altem Dorfkern und neuer Zentralstrasse ausgeschrieben. Aus den 10 eingereichten Projekten wurde durch die Jury, welcher nebst Vertretern aus unserer Bevölkerung auch national anerkannte Fachleute angehörten, das Projekt "Hamlet" des Architekturbüros Meletta Strebel Zangger, Luzern, als Sieger ausgezeichnet.

Gestützt auf diesen Ideenwettbewerb wurden dann die beiden Bebauungspläne Zentrum I und Zentrum II erstellt. Das Gemeindehaus und die Wohnbauten an der Zentralstrasse sind Bestandteile dieser Bebauungspläne.

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Gewerbe und Industrie

Seit den Sechzigerjahren hat sich in Dierikon viel Industrie angesiedelt. Die Zahl der Arbeitsplätze ist mit rund 1'500 Beschäftigten grösser als die Einwohnerzahl. Anlässlich der Volkszählung 1990 wurde für die Gemeinde Dierikon ein Pendlersaldo in Prozenten der Erwerbstätigen von +158 % errechnet, was kantonal betrachtet absolut einmalig ist.

Als grösste Arbeitgeber treten die Genossenschaft Migros Luzern, die Komax AG und die Rockwell Automation AG auf. Nicht minder wichtig sind aber die vielen kleineren Gewerbebetriebe. Rund um das Gewerbegebäude Möbel Märki haben sich in letzter Zeit auch einige Verkaufsläden angesiedelt.

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Kulturelles Leben und Dorfvereine

In Dierikon sind 20 Ortsvereine um das kulturelle Leben in der Gemeinde besorgt und bieten eine sinnvolle Freizeitgestaltung an. Diesen Vereinen ist es zu verdanken, dass während des ganzen Jahres verschiedene Anlässe organisiert werden, die der Dorfbevölkerung die Möglichkeit zur Kontaktpflege geben.

Eine Guggenmusig sorgt dafür, dass auch unsere Gemeinde vom jährlichen Fasnachtsfieber befallen wird. Die Musikgesellschaft Dierikon erfreut die Blasmusikfreunde mit verschiedenen Ständchen und einem Jahreskonzert. Die vielen Sportvereine bieten jedem die Möglichkeit, etwas für seine Fitness und Gesundheit zu tun. Die Pro Senectute ist um das Wohl der älteren Leute besorgt. Die Samichlausengroppe Dierike pflegt den alten Brauch des Chlausjagens und der Bescherung der Kinder.

Der Katholische Frauenbund und der Mütterverein Root haben in Dierikon eine grosse Mitgliederzahl, die regelmässig zu vielen interessanten Kursen eingeladen wird.

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